Filmreihe
CINE LATINO // BE MOVIE
Im November wärmt sich das Filmpodium Biel im warmen Licht Südamerikas, mit dem traditionellen Zyklus CINE LATINO. Eine filmische Reise über den ganzen Kontinent.
Ganz im Süden, in Argentinien, beginnt die Reise mit der Eröffnung am Samstag 06/11: mit Begrüssung von Glenda Gonzalez und Musik, gefolgt von dem sensiblen Familiendrama LOS SONÁMBULOS. Paula Hernández schafft es, die Zuschauer in der gleissenden Sommerhitze, ganz nahe an den so präzise geschriebenen Figuren dran, selbst etwas ins Schwanken und Wandeln zu bringen.
In einer anderen Zeit, ebenfalls in Argentinien, reist der Schweizer Privatbankier Yvan De Wiel im ruhigen, unaufgeregten Drama AZOR zu Zeiten der Militärdiktatur mit seiner Frau nach Buenos Aires, um seinen spurlos verschwundenen Partner zu suchen, der für den Kontakt mit der reichen argentinischen Kundschaft der Bank zuständig war. Zuerst zögernd, doch dann immer entschlossener dringt er in das innere Geflecht von Macht und Dekadenz vor.
Weiter geht die Reise über den Kontinent mit einem Halt in Peru, mit CANCIÓN SIN NOMBRE, einem zutiefst menschlichen Film, der in Cannes seine Premiere feiern durfte. Der Film ist eine historische Erzählung über eine gespaltene Gesellschaft, in der Melina León mit ihrer aussergewöhnlichen Bildsprache eine expressionistische Atmosphäre erzeugt, um vom realen Drama zu erzählen.
In Kuba machen wir halt mit dem autobiografischen Dokumentarfilm A MEDIA VOZ, der auf dem filmischen Briefwechsel zweier kubanischer Filmemacherinnen basiert. Der Film ist eine emotionale und intime Reise über Freundschaft, Mutterschaft und Grenzüberschreitungen. Ihre Geschichte spiegelt die Herausforderungen, Wurzeln und den Weg einer ganzen Generation wieder. Am Dienstag 30/11 lädt das Filmpodium ein zu einem Gespräch mit der Regisseurin Heidi Hassan.
Ganz im Norden Lateinamerikas, in Mexiko rüttelt der starke Dokumentarfilm SILENCIO RADIO auf. Carmen Aristegui, eine unbestechliche Journalistin, wird von dem Radiosender entlassen. Unterstützt von mehr als 18 Millionen Zuhörern setzt Carmen ihren Kampf fort. Ihr Ziel: Die Menschen aufrütteln und gegen Fehlinformationen ankämpfen. Der Film berichtet über dieses schwierige und gefährliche Unterfangen, das für den Fortbestand der Demokratie von grösster Bedeutung ist. Widerstand wird in dieser Geschichte zu einer Form des Überlebens.
Am Freitag 19/11. startet BE MOVIE - das Wochenende des Berner Films. Sieben der besten Berner Filme des letzten Jahres werden im Filmpodium Biel einmalig und in Anwesenheit der Filmschaffenden zu sehen sein. Den Auftakt machen HEITERE FAHNE und PLUS CHAUDS QUE LE CLIMAT.
In Zusammenarbeit mit dem Architekturforum Biel zeigt das Filmpodium am Dienstag 02/11 YEREVAN FOR THE TIME BEING mit anschliessender Diskussion. Der Film eröffnet Einblicke in Wohnsituationen und Alltagswirken von Menschen in unmittelbarer Nachbarschaft einer Grossbaustelle in der armenischen Hauptstadt Jerewan. Der Dokumentarfilm beobachtet, wie sich die Anwohnenden in dieser kontrastreichen Situation einrichten, wie sie ihren Wohnraum verteidigen und sich gegen die Gentrifizierung zur Wehr setzen – oder sich mit ihr arrangieren.
Die filmische Reise klingt in Costa Rica mit der VORPREMIERE CLARA SOLA, der seine Premiere am diesjährigen Cannes Filmfestival feiern durfte, aus. Nathalie Álvarez Mesén’s Erstling ist ein mystischer, sinnlicher Film, in einem abgelegenen Dorf in Costa Rica über das sexuelle Erwachen einer zurückgezogene 40-jährigen Frau und die damit verbundenen Auswirkungen auf ihre Familie.