DER VORMUND UND SEIN DICHTER
Mit Rolf Illig, Horst Raspe etc.; Nach dem Buch «Wanderungen mit Robert Walser» von Car Seelig. Adolf-Grimme- Preise 1979: Percy Adlon, Beste Regie und Rolf Illig, Bester Schauspieler.

Von 1936 bis 1956 besucht der Autor, Kritiker und Mäzen Carl Seelig regelmässig Robert Walser in der Heilanstalt Herisau. Sie unternehmen ausgedehnte Spaziergänge durchs Appenzeller Land, sprechen über Walsers Leben, über Literatur und Politik. Allerdings waren diese Spaziergänge nicht unbedingt erholsam. Schon allein das Tempo, in dem die beiden liefen, hatte Wettbewerbscharakter. Sie laufen bei jedem Wetter, klettern über Zäune, rutschen Abhänge hinunter, waten durch Tiefschnee und kehren an so einem Tag bis zu siebenmal in Gasthäusern ein. Die Begegnung der beiden völlig verschiedenen Menschen sorgt für dramatische Kraft. Der Kulturmensch will Mitteilungen aus der Welt der Kultur von einem, den die Kulturwelt zerbrochen hat. Im Jahr 1940 wurde Seelig ohne Walsers Kenntnis dessen Vormund.
Im Rahmen der Fototage Biel
