Filmreihe
Masculinités
Viele Männer erleben heute Verunsicherung, weil klassische Vorstellungen von Männlichkeit – geprägt von Stärke, Rationalität und Dominanz – an Halt verlieren. Das Programm versammelt Filme, die ein breites Spektrum männlicher Lebensentwürfe und Ausdrucksformen zeigen und über vertraute Rollenbilder hinausweisen. Die Filmreihe entwirft die Frage, wie neue «Masculinités» aus gesellschaftlicher Zugehörigkeit, Sexualität und individuellen Erfahrungen entstehen oder entwickelt werden können. Ein Programmangebot, das dazu einlädt, das Verständnis von Geschlechterrollen zwischen Tradition und Transformation neu auszuhandeln.
Welche Vorstellung von Hingabe kann einen Mann dazu treiben, das riskante Duell einer alten, zugleich umstrittenen Tradition wie dem Stierkampf zu wagen – und diesen Kampf über jedes andere Begehren zu stellen? (Tardes de Soledad)
Wie unterschiedlich gehen die verschiedenen Gruppen der queeren Community mit Liebe, Identität und idealisierter Hypermaskulinität um? (Sauna)
Wie entfaltet sich jugendliche Identität unter Halbstarken, die im Aufbegehren gegen das Elternhaus und gegen männliche Vertreter staatlicher Autorität Gewaltbereitschaft zeigen? (Rebel Without a Cause)
Wie formen dagegen die rauen Lebensumstände einer armen Schwarzen Gemeinschaft in Miami – geprägt von aggressiver Männlichkeit – die Entwicklung eines verletzlichen Jungen? (Moonlight)
In welcher Weise greift eine obsessive männliche Begierde in die routinierten Kraftübungen einer Gruppe von Fremdenlegionären in der Wüste Dschibutis ein? (Beau Travail)
Wie sieht die Angst eines Pferdehirten in der mongolischen Steppe aus, der sich in einer zunehmend unsicher werdenden Welt behaupten will, indem er in eindrucksvollen Shows Versionen der legendären mongolischen Reiter präsentiert? (To Kill a Mongolian Horse)
Oder wie lassen sich im Kontakt mit Männern und deren Körper die scheinbaren Selbstverständlichkeiten des menschlichen Liebes- und Balzverhaltens erkunden? (Attenberg)

