Filmreihe

12. November–15. Dezember 2026

Queer Cinema

Queersicht on Tour

Zum vierten Mal kommt das LGBTIAQ+-Filmfestival Queersicht von Bern nach Biel ins Filmpodium – sechs Filme erzählen von Menschen, die sich ihren eigenen Raum schaffen und dabei neue Formen von Nähe, Selbstbestimmung und Zugehörigkeit entdecken.

Feito Pipa begleitet ein Kind beim Versuch, eine zunehmend aus den Fugen geratene Welt zusammenzuhalten – und dabei ganz es selbst zu sein. On the Sea beleuchtet, wie sich eine vom Umfeld geprägte erlernte Männlichkeit den eigenen tief geheim gehaltenen Wünschen in den Weg stellt. Jaripeo führt in die hypermaskulinen Rodeos von Michoacán und taucht ein in die widersprüchlichen Gefühle für eine Heimat, die zurückgelassen werden musste. Maspalomas feiert die Lust am Leben und am Begehren – und erinnert daran, dass beides mit dem Älterwerden keineswegs vergeht. Iván & Hadoum lässt Transidentität selbstverständlich in eine Liebesgeschichte einfliessen, für die in einer Gewächshausanlage im Süden Spaniens Klassenzugehörigkeit und Solidarität zur Herausforderung werden.

Zum Auftakt des Queersicht on Tour-Programms zeigen wir Les matins merveilleux, eine zärtliche Komödie über die kleinen Dinge und die grossen Fragen des Lebens, die mit grosser Leichtigkeit vertraute Wege verlässt und sich mit Vergnügen auf kleine Seitenpfade begibt.

Berührung als Geste des Widerstands

Wir erweitern das Programm um einen hybriden Dokumentarfilm, der auf eindrucksvolle Weise neue queere Perspektiven jenseits der Linien von Identität, Sexualität und Romantik eröffnet. In Why Do I See You in Everything? begreift die syrische Filmemacherin Rand Abou Fakher Berührung als politische Bewegung und lädt uns ein, die Zärtlichkeit zwischen arabischen Männern, umgeben von Gewalt und von Krieg geprägten Körpern, als queeren Ausdruck von Widerstand zu lesen. Ihr gelingt eine präzise, behutsame, schöne, verstörende und kraftvolle filmische Gestaltung dieses zugleich intimen wie politischen Akts.

“For me, queerness is not limited to identity or desire; it is a way of looking. It is a refusal of the hierarchies that determine which bodies deserve intimacy, which gestures are permitted, and which images become imaginable. I chose to work with two Arab men because their bodies have become some of the most politicized and dehumanized images of our time. They are repeatedly framed through war, migration, fear, and violence. I wanted to reclaim another image from within that reality - not by denying violence, but by allowing tenderness to become equally visible.”(Rand Abou Fakher)

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