Macht die Pille frei?
Sieben Berlinerinnen im Alter von 15 bis 18 Jahren berichten über ihre Erfahrungen mit der Antibabypille und den verschreibenden Ärzten. Der Film thematisiert die Diskrepanz zwischen der von Pharmaindustrie und Medizin vertretenen Vorstellung der Pille als Lösung des Verhütungsproblems und den Erfahrungen der Jugendlichen, deren Bedürfnisse und Beschwerden häufig unberücksichtigt bleiben. Er bezieht sich auf die Arbeit der Frauengruppe „Brot und Rosen“, die ein frühes und lange Zeit massgebliches Buch zu Abtreibung und Verhütungsmitteln veröffentlichte.
"Die Idee dazu entstand aus den Diskussionen zwischen Sarah und mir. Während der Abtreibungskampagne gab es viele Demonstrationen. Unter anderem wurde von einigen Frauengruppen die Forderung vorgetragen, die Pille auf Krankenschein zu verschreiben, was damals noch privat bezahlt werden musste und oft auch nur an verheiratete Frauen überhaupt abgegeben werden durfte. Sarah und ich fragten uns damals, ob diese Forderung nicht verfrüht sei, denn wir erfuhren ja nichts über evtl. Nebenwirkungen dieses neuen Medikaments. Wir beschlossen, Gynäkologen nach ihren Erfahrungen und ihrem Wissen zu befragen. Damals gab es kaum Frauenärztinnen. Der erste Arzt, den wir besuchten, weil wir ihn irgendwoher kannten und der kein Gynäkologe war, konnte uns immerhin einige Adressen nennen, Seine damalige Freundin war Verena Stefan. Sie hörte dem Gespräch zu und wollte mitmachen. Sie war die Dritte. Insgesamt waren wir als Gruppe kurz danach 12 Frauen und befragten ca. 20 Gynäkologen, deren Wissen über die Pille äußerst bescheiden oder gar nicht vorhanden war. Deswegen fingen wir an, selber zu forschen."
Helke Sander, September 2025
Mit Eine Prämie für Irene und/oder Ein Bild von Sarah Schumann